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Digitale Tipp-„karten“ mit QR-Codes

Zur Binnendifferenzierung und zur Unterstützung des selbstständigen Lernens nutze ich häufig Tippkarten. Damit können die Schüler auch komplexe Arbeitsaufträge relativ eigenständig bearbeiten, da sie je nach Bedarf zu „maßgeschneiderten“ Tippkarten greifen können, die sich gut in Tiefe und Aufgabenfortschritt differenzieren lassen.
Die Anfertigung und die Arbeit mit den Tippkarten erfordert jedoch viel Zeit in der Vorbereitung, da ich diese in der Regel sehr aufwändig und anspruchsvoll gestalte (Text und Grafik gestalten, Karten beidseitig bedrucken, zuschneiden, ggf. noch in beschriftete Briefumschläge verpacken). Darüber hinaus muss ich sie häufig abändern, aktualisieren oder neue Karten erstellen, weil mir mit zunehmender Unterrichtserfahrung oft die „Knackpunkte“, also die Stellen, in denen die Schüler Probleme bei der Bearbeitung einer Aufgabe haben, erst nach und nach deutlich werden.
Daher habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, den Aufwand bei Vorbereitung und Änderung der Tippkarten zu reduzieren.

Für eine komplexe Lernsituation im Kurs Technik im Beruflichen Gymnasium habe ich daher die Tipps in digitaler Form auf einer Webseite hinterlegt. Dies bietet außer der leichten Erweiter- und Veränderbarkeit zusätzlich den Vorteil, dass so auch multimediale und ggf. sogar interaktive Elemente mit in den Tipp integriert werden können. Damit erreiche ich einen Mehrwert bei gleichzeitig deutlich besserer Wiederverwendbarkeit.

Für diese Anwendung habe ich zur Ablage der digitalen Tipps den im Kurs sowieso benutzten Moodle-Kurs verwendet, was den Aufwand weiter verringert. Die entsprechenden Aktivitäten („Textseite“) wurden für die Schüler unsichtbar, aber erreichbar eingestellt (für Moodle-Kenner: „Verfügbar, aber auf der Kursseite verborgen“).
So sind diese Elemente nur noch durch Eingabe der URL (des Links) direkt erreichbar.

Natürlich lassen sich die Tipps auch auf jedem beliebigen Webspace oder in einem Cloudspeicher hinterlegen.

Um die Tipps nun für die Schüler erreichbar zu machen, habe ich für jede einzelne URL, die zu den Tippseiten führt, einen QR-Code erstellt. Obwohl die Links innerhalb des Moodle-Systems relativ lang sind, verzichte ich dennoch auf URL-Shortener, um zukunftssicher zu bleiben und aus Datenschutzgründen.
Zum Erstellen der QR-Codes benutze ich QRCode Monkey, da sich das Layout des fertigen Codes hier schnell und einfach anpassen lässt und die Einbindung von Grafiken wie z.B. dem Schullogo möglich ist.

Nach der Erstellung der Codegrafiken habe ich diese auf einer Seite zusammengestellt. Zu jedem Code gibt es eine kurze Beschreibung, die es den Schülern ermöglicht, schnell den für sie passenden Tipp zu identifizieren und den dazugehörigen Link-Code mit ihrem Smartphone zu scannen.

Aufgrund der auch für Mobilgeräte optimierten Darstellung von Moodle funktioniert die Anzeige auch auf kleinen Displays reibungslos.
Sehr hilfreich ist, dass aktuelle Smartphones in der Regel keine Extra-Apps mehr benötigen, um die QR-Codes zu scannen, sondern die vorinstallierte Photo-App der verschiedenen Hersteller diese automatisch auslesen kann.

Fazit

Abgesehen von der besseren Wiederverwendbarkeit, also einer Erleichterung der Vorbereitung dieses Hilfsmittels zur Binnendifferenzierung konnte ich feststellen, dass die Schüler wesentlich sinnvoller mit den Tipps umgehen.
Während die klassischen Tippkarten oft entweder gar nicht genutzt, oder wahllos alle angesehen wurden, liegt die Hürde bei den digitalen Tippkarten offensichtlich genau in der richtigen Höhe für eine zielführende, differenzierte Nutzung durch die Schüler.
Insgesamt also eine sehr positive Erfahrung, so dass ich dieses Medium zukünftig deutlich häufiger einsetzen werde.

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